Erfolgsgeschichte[n] aus dem Kapitalland: Steve Cohen

Erfolgsgeschichte[n] aus dem Kapitalland: Steve Cohen

Steve Cohen, geboren am 11. Juni 1956 in Great Neck, New York, ist ein amerikanischer Hedgefonds Manager und einer der erfolgreichsten und kontroversesten Trader der Wall Street. Als Gründer von SAC Capital Advisors und später Point72 Asset Management baute er ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar auf. Er ist bekannt für extrem aggressive Trading Stile, enorme Renditen und eine legendäre Fähigkeit, Märkte zu lesen.

Vom Options Trader zum Superstar

Cohen studierte Wirtschaftswissenschaften an der University of Pennsylvania Wharton School und begann 1978 als Junior Trader bei Gruntal & Co. Dort handelte er vor allem Optionen und machte schnell einen Namen durch seine Fähigkeit, täglich hohe Gewinne zu erzielen. In den 1980er Jahren verdiente er Millionen für die Firma und für sich selbst.1992 gründete er SAC Capital Advisors mit nur 23 Millionen Dollar Startkapital. Der Fonds wuchs explosionsartig und erzielte in den 1990er und 2000er Jahren durchschnittliche jährliche Renditen von über 30 Prozent nach Gebühren. SAC wurde zu einem der profitabelsten Hedgefonds aller Zeiten.

Die Strategie

Cohen ist kein klassischer Value Investor. Sein Stil ist aggressiv, kurzfristig und informationsgetrieben: Er konzentriert sich auf Short Term Trades, oft nur Tage oder Wochen.

  • Er nutzt massive Research Teams und baut riesige Informationsnetzwerke auf.
  • Er geht bei starker Überzeugung sehr große Positionen ein, manchmal bis zu 10 Prozent oder mehr des Fonds.
  • Er handelt mit Aktien, Optionen, Futures und anderen Derivaten.


Er ist bekannt für schnelle Entscheidungen und das Schneiden von Verlusten ohne Zögern. Ein berühmtes Zitat von ihm:
„Du musst den Markt schlagen, nicht mit ihm mitschwimmen.“ Cohen setzte oft auf Event Driven Trades, Earnings Surprises und Insiderwissen über Unternehmen. Sein Fonds SAC Capital war berüchtigt für extrem hohe Volumina und schnelle Umschichtungen.

Optionshandel

  • Options Arbitrage als Einstieg: Cohen startete mit klassischer Arbitrage: Er nutzte Preisunterschiede zwischen Optionen und dem zugrunde liegenden Aktienkurs oder zwischen verwandten Optionen aus. Das Ziel war risikolose oder niedrigriskante Gewinne durch Ausnutzung von Ineffizienzen, z. B. bei Put Call Parity oder zwischen Calls und Puts desselben Strikes. Er verdiente damit bereits am ersten Tag 8.000 Dollar und bald täglich bis zu 100.000 Dollar für die Firma.
  • Schnelle Weiterentwicklung zu directional Trading: Schon früh ging er über reine Arbitrage hinaus. Er handelte aktiv directional mit Optionen: Kauf von Calls bei bullischer Überzeugung, Kauf von Puts bei bearischer Sicht. Er nutzte Optionen, um Leverage zu erzeugen. Kleine Einsätze für große Hebelwirkung auf Aktienbewegungen. Oft kombinierte er das mit Aktienpositionen, um Delta neutral oder delta positiv zu bleiben.
  • High Volume und Short Term Fokus: Sein Stil war extrem kurzfristig: Er hielt Positionen oft nur Stunden oder Tage, manchmal Sekunden. Er scalpte kleine Preisbewegungen in volatilen Märkten aus und drehte täglich hohe Volumina. Er war bekannt als „hair trigger trader“. Also blitzschnelle Ein und Ausstiege bei neuen Infos oder Tape Lesen.
  • Aggressive Positionierung: Bei starker Überzeugung ging er groß rein, oft mit naked Calls oder Puts, Bull Spreads oder Bear Spreads. Später bei SAC und Point72 setzte er das fort: Über 700 Options Positionen in aktuellen Filings, vor allem Calls auf Top Holdings für Leverage und Puts für Hedging oder Bearish Bets.Risikomanagement: Trotz Aggressivität schnitt er Verluste extrem schnell ab. Er ließ Gewinne laufen, pyramidierte bei Gewinnen und riskierte nie zu viel pro Trade. Seine Edge kam aus überlegener Informationsverarbeitung, Research und Intuition.

Kontroversen und der SAC Skandal

2013 wurde SAC Capital wegen Insiderhandels angeklagt. Der Fonds zahlte 1,8 Milliarden Dollar Strafe und stellte das externe Management ein. Cohen selbst wurde nicht strafrechtlich verurteilt, aber er akzeptierte ein zweijähriges Trading Verbot. 2014 wandelte er SAC in Point72 Asset Management um, das nun sein eigenes und Familienvermögen managt. Point72 verwaltet heute etwa 50 Milliarden Dollar und erzielt weiterhin starke Renditen.

Vermögen

Sein Nettovermögen wird 2026 auf etwa 22 bis 23 Milliarden USD geschätzt, hauptsächlich aus Trading Gewinnen und Point72. Er besitzt eine der teuersten Sammlungen moderner Kunst der Welt und das teuerste Haus in den USA, das Point72 Headquarter in Stamford, Connecticut. Cohen spendet Millionen für Bildung, Gesundheit und Sport. Er ist Eigentümer der New York Mets seit 2020 und investiert stark in den Baseball Club.

Vermächtnis

Steve Cohen ist der Prototyp des aggressiven, informationsgetriebenen Traders. Er zeigte, dass man durch extremen Fokus auf Short Term Chancen, riesige Research Teams und hohe Risikobereitschaft Milliarden verdienen kann. Trotz Kontroversen bleibt er eine Ikone: Viele Trader träumen davon, so zu handeln wie er. „Du musst hungrig bleiben. Wenn du denkst, du hast es geschafft, bist du fertig.“

My Take

Aufgrund meiner Big-Five Persönlichkeitsmermale gehe ich gerne hohe Risiken ein. Daher nehme ich mir den Punkt mit, das 10% bereits eine hoch riskante Positionsgröße ist. Das bleibt in den nächsten Monaten einer meiner wichtigsten Lernkriterien.
Ein Blick in sein Portfolio zeigt mir, dass auch er Einstiegspositionen mit 0,07-0,3% gewichtet. Da bin ich wohl schon auf dem richtigen Weg.

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