Charles de Vaulx wurde am 31. Oktober 1961 in Marokko geboren. Er ging 1982 in die USA und machte Karriere im Asset Management. Charles gilt als einer der prominentesten Value-Investoren der modernen Wall Street. Er baute International Value Advisers zu einem Milliardenfonds auf. Doch sein Leben endete abrupt durch Selbstmord nach dem Zusammenbruch seiner Firma.
Frühe Karriere und Aufstieg
Geboren am 31. Oktober 1961 in Marokko kam Charles de Vaulx 1982 in die USA und machte Karriere im Asset Management. Er arbeitete lange bei First Eagle Funds unter dem legendären Jean-Marie Eveillard, wo er als Co-Manager internationale Value-Strategien umsetzte. 2008 gründete er mit Partnern International Value Advisers IVA und wurde Chairman Chief Investment Officer und Co-Portfolio Manager. Die Firma wuchs schnell auf ein Peak von etwa 20 Milliarden Dollar Assets under Management. De Vaulx war bekannt für strikte Value-Investing-Prinzipien: Unterbewertete und ungeliebte Aktien kaufen, Kapital schützen und auf langfristige Underperformance setzen anstatt auf schnelle Gewinne.
Niedergang der Firma
Ab etwa 2018/2019 litt IVA unter massiven Abflüssen. Value-Strategien performten jahrelang schlecht im Vergleich zu Growth- und Tech-lastigen Märkten. Kunden zogen Geld ab, besonders nach dem Ausstieg seines designierten Nachfolgers Chuck de Lardemelle im Juli 2020 der als internes Zerwürfnis wahrgenommen wurde. Die Assets schrumpften dramatisch von 20 Milliarden auf unter 1 Milliarde USD. Im März 2021 kündigte IVA die Liquidation der beiden Fonds und die Schließung der Firma an. Die Liquidation war am 19. April 2021 abgeschlossen.
Der Tag des Suizids
Am 26. April 2021 kurz vor 13 Uhr betrat Charles de Vaulx das Büro von IVA im Gebäude 717 Fifth Avenue in Midtown Manhattan. Minuten später sprang er vom 10. Stockwerk in die Tiefe. Er wurde 59 Jahre alt. Die New Yorker Polizei bestätigte den Tod um 13:05 Uhr und schloss Fremdverschulden aus. Es handelte sich um Suizid.
Der wahre Grund
Es gibt keinen öffentlichen Abschiedsbrief doch Quellen aus dem Umfeld von de Vaulx beschreiben den Kern: Er nahm den Zusammenbruch von IVA persönlich. Die Firma war die Verkörperung seiner Persönlichkeit und seines Lebenswerks. Trotz eines Vermögens von Hunderten Millionen Dollar traf ihn der Verlust des Vertrauens der Investoren hart. Er fühlte sich als Versager in seiner Mission des Value-Investings und verlor seinen Sinn im Leben. Er war ein komplexer Mann mit viel Stolz und Hubris, der fixiert war auf Risiken und Kapitalerhalt doch der Markt und die Kunden wandten sich ab. Der Absturz der Firma von 20 Milliarden auf fast nichts brach ihn. Ironischerweise stiegen viele seiner Holdings kurz danach stark, doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.
My Take
Emotionaler Abstand zum Kapitalmarkt ist nach meiner Erfahrung nach in diesem Kontext die beste Waffe gegen frühzeitiges Ausscheiden aus dem Leben.

