Toxic Baby

Toxic Baby

Dieser Artikel ist sehr persönlich. Alle Angaben entsprechen der Wahrheit. Er ist voller Lücken, sonst wäre er zu lang. Er ist ehrlich und hautnah.
Ich bin Autist. Als Autist falle ich auf. Manchmal bin ich schwierig, gelegentlich seltsam und häufig auch schweigsam. Als Autist bin ich leider auch ab und an überfordert. Wenn ich überfordert bin und man mir in solchen Situationen keinen Raum lässt, kann ich laut werden. Trotzdem bin ich ein Mensch mit menschlichen Bedürfnissen. Und jetzt stell dir vor, du setzt Grenzen, egal wie komisch sie anderen vorkommen, und deine Partnerin überschreitet deine Grenzen, macht sie lächerlich, privat und öffentlich, verwendet sie gegen dich und nutzt jede Eskalation dazu, sich selbst moralisch besser zu fühlen. Toxic Baby!

Trauma Match

Als Autist finde ich selten Akzeptanz. Das macht selbstredend Probleme bei der Paarbildung. Es wurde genommen, was da war. Hart, aber wahr. Das machte mich ideal für ein Trauma Bonding. Es gibt Menschen, die gezielt nach solch komischen Personen suchen. Das habe ich lange Zeit nicht gewusst. Als Autist verfüge ich hauptsächlich über folgende Merkmale: Fluchtreaktion bei Überforderung, analytische Denkweise, informationsgetriebene Konversation und geregelte Tagesabläufe. Ich habe einen stark ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und gelte als Retter. Gleichzeitig suche ich selbstredend zumindest im kleinen Kreis nach Akzeptanz. Das machte mich zum perfekten Trauma-Match für eine vulnerable Narzisstin.

Vulnerable Narzisstin

Was das ist? Eine Person, die voller Scham ist und als Kompensation Supply [Aufmerksamkeit, Bestätigung] benötigt. Sie bevorzugt Partner, welche sie moralisch klein halten kann. Sie sucht gezielt nach Personen, die sie leicht für ihre Zwecke einspannen kann. In ihrem Fall traumatisierte Menschen und ältere Männer. Beide Gruppierungen haben ein gesteigertes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Ihre Strategien dienen alle dem einen Zweck: Der Versuch, die eigene innere Leere zu füllen und die tiefsitzende Scham nicht spüren zu müssen.

23 Jahre

So lange hielt meine toxische Beziehung zu einer vulnerablen Narzisstin. Warum so lange? An erster Stelle steht da die körperliche Abhängigkeit, wie ein Junky auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Möglich macht das die Kombination aus Ablehnung und sehr seltener Akzeptanz. Dazu gesellt sich die Angst vor der Isolation und gerne angenommene Hilfe für den sozialen Alltag. Aber nicht nur das. Ich wollte nicht von meinem Sohn getrennt sein und auch keinen Unterhalt zahlen müssen. Viele Jahre liefen beziehungsmäßig nur am Wochenende ab, da konnte man unter der Woche mal auftanken. Also habe ich Konflikte mitgemacht, die Bestrafungen in Kauf genommen, mir oft die Schuld gegeben und mich selbst als falsch eingeordnet. Damit nicht genug, habe ich mich über die Jahre immer mehr isoliert und auf sie fixiert. Die wenigen Menschen, die mit mir kompatibel waren, wurden auf die eine oder andere Art negativ von ihr beeinflusst. Wirklich jede Freundschaft von mir zerbrach an einer dieser Aktionen. In all den Jahren wurden meine Schwächen gezielt ausgenutzt, um ihre eigenen zu vertuschen.

Muster

In der Rückschau stellte ich fest, dass die Muster sich wiederholten:
Bewusste Trigger-Provokation, Abwarten der Reaktion und damit einhergehend Opferhaltung und Supply-Einsammlung.
Manipulation des näheren Umfelds zum Zweck der Zerstörung meiner Beziehungen.
Permanente Selbstbeweihräucherung zur Zurschaustellung einer moralischen Überlegenheit.
Ständiges Ansprechen eigener Stärken im Vergleich zu meinen Schwächen.
Absichtliches Triggern [Grenzüberschreitung] im Alltag.
Abseits der missbräuchlichen Aktivitäten kein ernsthaftes Mitarbeiten innerhalb der Beziehung.
Selbst verdientes Geld nur für sich ausgeben.
Das Gegenteil von dem machen, was erwartet und kommuniziert wurde.
Von mir erwarten, dass ich Entscheidungen treffe, um dann zu sagen, ich sei kontrollierend.

Paraguay

In Paraguay konnten wir uns nicht mehr so leicht aus dem Weg gehen, also lernten wir uns wirklich kennen. In dieser Zeit machte ich immer wieder die gleichen Beobachtungen. Unangekündigte Besuche, Anfeindungen oder kopfschüttelnde Bemerkungen von ihr selbst oder von ihren Freunden und von unseren Nachbarn, hin und wieder auch mal eine Lächerlichmachung oder öffentliche Demütigung. Gelegentlich wurde ich aus dem Besuch von Freunden systematisch ausgeschlossen. Immer wieder aktives Anwenden von Tätigkeiten, die mich triggern, also absichtliche Grenzverletzungen. Ich fand das seltsam, hatte das hinterfragt und bedauert, aber akzeptiert. Als Antwort erhielt ich immer Schulterzucken oder Schweigen. Die Folge für mich war eine immer stärker wachsende Isolation voller Selbstvorwürfe.

Die letzten Monate

So ging es drei Jahre weiter. In den letzten Monaten wurde mir dann erst klar, dass ich Autist bin. Ich machte das kurz darauf öffentlich und begann innerhalb der Beziehung gewisse Dinge gezielter in Frage zu stellen. Dann kam auf einmal ein großes Triggerthema auf und ich versuchte, das Thema mit viel Liebe und Aufmerksamkeit wieder vom Tisch zu bekommen. Eine ausgesprochen üble und gezielt gesetzte Aktion, wie ich viel später lernen musste. Doch die rosa Wolke hielt nicht lange und nach der nächsten Diskussion ging die Bestrafung wieder los. Ich ging erstmalig auf Abstand, damit änderte sich auch das Verhalten der Partnerin. Mehr und mehr zog sie sich zurück und verbrachte nahezu den ganzen Tag am Smartphone, immer mit Kopfhörern auf. Hin und wieder verschwand sie mit ihrem Equipment in die Außentoilette, die sie sogar von innen verschloss. Wie ich heute weiß, war sie auf der dringlichen Suche nach neuem Supply. Der Gedanke daran, das ich sie endlich durchschaut hatte, musste ihr unerträglich geworden sein.

Die letzten Tage

Es wurde immer weniger gesprochen, dafür schrieb ich umso mehr mit der KI. Mehr und mehr wurde mir klar, was in den letzten 23 Jahren und auch davor eigentlich abging. Welche Rolle sie spielte und welche Rolle ich spielen musste. Mein Autisten-Hirn begann mit den Kamerafahrten, unzählige Erlebnisse wurden nochmal abgespielt und neu interpretiert. Ich erkannte immer stärker die Muster, die unzähligen Wiederholungen von öffentlicher Demütigung, moralischer Abwertung, gezielter Manipulation und sogar gelegentliches Flying-Monkey-Mobbing. In den letzten beiden Tagen bekam ich richtig Angst vor ihr. Schritt für Schritt ließ ich mich von der KI durch den Tag begleiten. Immer wieder erfuhr ich dabei Trauma-Entladungen.

The Day After

Ich tippte weiter wie ein Irrer in die Tasten, ich wollte alles wissen und verstehen. Alles Mögliche kam mir in den Kopf, wellenartig. An manchen Tagen war ich fertig, an anderen Tagen voller Energie. Alles richtig, messbar und logisch, wie die Biochemie es eben erfordert. Alles an Emotionen und körperlichen Reaktionen ließ ich durchlaufen. Nun bin ich hier, teilweise mit Entzugserscheinungen, aufgewacht aus der Trauma-Falle.
Sie hinterließ mir übrigens 3 Botschaften, zwei davon Trigger-Elemente und einmal eine ihrer Trophäen von erfolgreich manipulierten Menschen. Lustigerweise alles im Doppelpack. Dafür muss ich mich bedanken, denn dieses kleinkindliche Verhalten ließ jegliche Restzweifel verblassen.

Kein Groll

Ja, es war eine lange Zeit, ja mein Ruf ist bei vielen Menschen ruiniert. Aber nein, ich hege keinen Groll. Die erste Begegnung mit zarten 17, da sagte mein Kopf: DIE MUSST DU HABEN. Das perfekte Trauma Match. Sie, das Opfer und ich, der Retter. Eine toxische Reise quer durchs halbe Leben. Ich auf der Suche nach Akzeptanz und sie dankbar über das leichte Opfer. Ich hatte keine Chance. Alles nur, weil ich mich selbst nicht akzeptieren konnte. Aber das Leben geht weiter und in 100 Jahren kräht kein Hahn mehr danach!

Keine Details

Keine Übertreibung, ich könnte ein Buch über meine Erlebnisse schreiben. Aber wozu? Ich bin nicht der erste und auch nicht der letzte mit dieser Erfahrung. Nur eines ist wichtig: Keine Wiederholung, denn genug ist genug!
Übrigens, jetzt merke ich es sofort, wenn eine hübsche Dame zur Kategorie „Toxic Baby“ gehört, die Unschuld täuscht mich nicht mehr.

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